Unleashed Beasts


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 Symphonias Erinnerungsstübchen

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BeitragThema: Symphonias Erinnerungsstübchen   So Dez 15, 2013 4:28 pm

Ungeduld.

Eine weisse Decke aus Schnee lag unberührt über den kleinen Hütten und Gebäuden. Floralis ist eigentlich ein blühender Ort und nur selten gibt es hier Schnee. Deshalb freute ich mich wohl so sehr darüber. Ich war gerade vor kurzem elf Jahre alt geworden, zumindest laut meiner Eltern. Denn solange ich zurückdenken kann, feierten wir meinen Geburtstag immer an anderen Tagen, sogar in anderen Monaten. Nie fragte ich nach, warum das so war und eigentlich ist es auch egal. Zurück zu diesem einen Tag.
Begeistert starrte ich aus dem Fenster, mein Gesicht klebte förmlich auf der Glasscheibe und eigentlich wollte ich nichts lieber tun, als mich raus in den bestimmt weichen Schnee zu stürzen.
Ungeduldig warf ich einen Blick über die Schulter. Ich wünschte, mein Vater würde endlich nach Hause kommen, denn wenn er nicht da war, durfte ich nicht nach draußen gehen. Er wollte schon vor zwei Stunden zurück sein. Beleidigt wandte ich mich vom Fenster ab und sprang auf mein Bett, wo ich gleich nach dem Plüschpanther langte. Meiner Meinung nach war ich eigentlich viel zu alt für Plüschtiere, aber wenn man sich in meinem Zimmer so umsah, dann hielt ich nicht viel davon. In jeder Ecke waren Kuscheltiere zu finden, doch der Panther hatte es mir am meisten angetan. Er befand sich schon seit vier Jahren in meinem Besitz, sah aber aus wie neu, da ich sehr gut darauf aufpasste. Immer noch machte es mir Spaß, dem Tier Klamotten anzuziehen. Doch jetzt waren es keine Puppenkleider mehr, sondern ponchoartige Überwurfsdecken, die ich selbst mit viel Mühe nähte. Und das sollte schon was heißen, denn ich brauchte Wochen für so ein kleines Ding und meine Finger waren immer voller Stichwunden von der Nadel. Das war es mir aber wert. Mit dem schwarzen Kuscheltier im Arm, legte ich mich auf den Rücken und starrte hoch zur Decke, ehe ich anfing, irgendeine Geschichte in meinem Kopf zusammen zu dichten und sie dem Panther vorzutragen. Zumindest so lange, bis ich die Tür aufgehen hörte und aufsprang. Die Schritte klangen ganz nach meinem Vater und ich stürmte aus meinem Zimmer, um ihn zu begrüßen.
Sofort hing ich an seinem Bein: "Vater, da bist du ja endlich! Ich warte schon seit Stunden auf dich!" Mit Begeisterung bemerkte ich den Schnee, der in seinen Haaren hing und das entging ihm wohl nicht.
Lächelnd beugte er sich zu mir hinab: "Du freust dich wohl mehr auf die Aussicht, in den Schnee zu können als wirklich auf deinen alten Vater, hab ich recht?"
Schmollend stemmte ich die Hände in die Hüften und schüttelte den Kopf: "Das ist gar nicht wahr! Naja..ein bisschen schon, aber ich freue mich auch, wenn du zuhause bist!"
Mein Vater lachte auf und strich mir durchs Haar: "Na los..geh raus. Aber zieh dich warm an und bleib in der Nähe vom Haus, hast du gehört?"
Jubelnd umarmte ich ihn ein weiteres Mal so, dass ich ihn fast von den Füßen riss, dann wandte ich mich von ihm ab und schlüpfte in meine warmen Stiefel, zog meine Winterjacke an und meine Mütze. Auch Aiden - so hieß mein Panther - wurde in Wintersachen gesteckt und keine zwei Minuten später war ich auch schon draußen und stürzte mich in den kalten, doch wie erwartet weichen Schnee. Dass er so schrecklich kalt ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Dennoch hielt ich mich tapfer und verbrachte die Zeit draußen, bis es dunkel wurde. Mit den Massen an Schnee baute ich unser Häuschen nach und Aiden. Leider musste ich zugeben, dass der Schneeaiden mehr nach einem fetten Bären aussah. Aber er nahm mir das nicht übel. Nur einmal glitt mein Blick sehnsüchtig in die Ferne, denn ich war neugierig, was sich abseits der Grenze befand, die ich nicht übertreten durfte. Meine Eltern hatten mir strikt verboten auch nur einen Fuß dorthin zu setzen, weil es zu gefährlich war. Mit etwas Mühe kletterte ich auf das Dach meines Schneehauses, doch bevor ich einen Blick erhaschen konnte, brach es unter meinem Gewicht zusammen. Im ersten Moment traten mir vor Schreck Tränen in die Augen, aber ich sagte mir, dass es keinen Grund zum Weinen gäbe. Immerhin war ich kein kleines Kind mehr und nur kleine Kinder weinten. Also rappelte ich mich schnell wieder auf, klopfte mir den Schnee von den Kleidern und lachte, statt zu weinen.
Erst als meine Mutter mich zum Abendessen rief, verkrümelte ich mich mit Aiden wieder ins Haus.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   So Dez 15, 2013 7:19 pm

Elfische Magie.

Gelangweilt saß ich im Arbeitszimmer meines Vaters und drehte den Bürosessel um seine eigene Achse, wobei mein Blick die zahlreichen Bücher streift, die die Regale fast zum Bersten bringen. Ich stellte mir die Frage, warum hier soviele Bücher waren, wenn keiner sie las. Ich selbst hatte es vor ein paar Jahren versucht, doch waren sie ihr zu schwer gewesen um sie zu verstehen. Wer aber sagte, dass ich diese jetzt nicht verstehen würde? Kurzentschlossen schob ich den Sessel zum Regal und kletterte hinauf. Unter meinen Füßen wackelte der Bürostuhl bedrohlich, doch darauf achtete ich nicht. Stattdessen reckte ich mich nach einem Band mit grünem Einband, auf dessen Rücken in alten goldenen Lettern etwas stand, das ich nicht zu entziffern vermochte. Es war eine Sprache, die ich noch nie gesehen hatte. Nur noch ein paar Zentimeter! Ich stellte mich auf Zehenspitzen und erreichte das Buch. Gerade als ich danach fasste, überlagerte ich das Gewicht des Bürosessels und in der nächsten Sekunde kippte ich vornüber und fiel hinunter. Dabei stieß ich mir den Kopf nicht gerade sanft am Regal an und der Schmerz war höllisch. Vor Schreck raste mein Herz ganz schnell und ich rieb mit schmerzverzerrter Miene meinen Hinterkopf. In dem Wissen, nicht beobachtet zu werden, weinte ich. Nicht, dass es irgendetwas besser machen würde. Es vertrieb lediglich den Schock. Erst nach einer Weile registrierte ich, dass das Buch in meinem Schoß ein warmes Licht ausstrahlte und das war es, was meinen Tränenfluss verstummen ließ. Mich selbst verachtend wegen meines Gejammers, wischte ich mir übers Gesicht und ignorierte fortan die Kopfschmerzen. Meine Aufmerksamkeit gehörte dem Buch, welches ich nun aufschlug. Auch die Innenseiten waren in dieser alten Schrift bedruckt. Obgleich ich sie noch nie gelesen hatte, gelang es mir, ein paar Wörter zu entziffern. Und während ich diese leise vor mich hin las, wuchsen die Pflanzen in den Blumentöpfen vor sich hin. Ganz fasziniert blickte ich zu diesen und las die Worte weiterhin, bis es im Arbeitszimmer mehr nach einem Garten denn eines Zimmers aussah. Als ich Schritte vernahm, schlug ich das Buch zu und verkroch mich unter dem großen Schreibtisch meines Vaters. Ich wusste, ich hatte etwas Unartiges getan und ich mochte es nicht, wenn er mit mir schimpfte. Davon musste ich immer weinen, weil er doch mein Vater war und ich nicht wollte, dass er böse auf mich sein musste.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 16, 2013 3:39 pm

Alte Fotos







Nalla hat mich gezwungen, die zu posten. Wehe einer von euch lacht  *k7 
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 16, 2013 4:16 pm

Wie erwartet bekam ich ziemlichen Ärger für die Aktion im Arbeitszimmer. Eine ganze halbe Stunde lang schimpfte mein Vater mich aus und als ich heulend und wie ein Häufchen Elend auf dem Boden vor ihm saß, war auch er es, der mich wieder tröstete und in versöhnlichem Tonfall fortfuhr. Er erklärte mir, dass die Schrift Elfisch sei und die Magie in diesen Büchern stark und gefährlich und er deshalb nicht wolle, dass ich damit rumprobierte.
Ich war neugierig, aber auch zu müde um noch weiter nachzufragen und nachdem ich meinen Panther aus dem Arbeitszimmer geholt hatte, fand ich ziemlich schnell den Schlaf.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, tat mein Kopf mir schrecklich weh und ich fragte mich, woher das kam. Bis mir einfiel, dass ich ja am Vortag vom Stuhl gefallen war. Murrend setzte ich mich auf und tastete nach Aiden, ehe ich erschrocken feststellte, dass er nicht mehr auf meinem Bett war. Fast schon panisch sprang ich von meinem Bett und sah darunter nach, aber auch hier keine Spur. Ich riss die Zimmertür auf: "Mama, Papa! Aiden ist weg!"
Beide blickten überrascht zu mir auf, anscheinend machte ich ein furchtbares Gesicht, denn Mama stürzte gleich auf mich zu: "Was redest du denn da, Liebes? Du hattest ihn doch gestern mitgenommen ins Bett. Bestimmt ist er nur runtergefallen."
Erbost sah ich sie an, als ob ich nicht selbst auf die Idee gekommen wäre, dort nachzusehen! Ich schüttelte aufgewühlt den Kopf: "Ja schon, aber er ist nicht runtergefallen. Ich habe nachgesehen!" Noch während ich sprach, verschwand ich wieder in meinem Zimmer und schlug die Tür hinter mir zu. Erneut durchsuchte ich mein komplettes Zimmer, bis es komplett auf den Kopf gestellt war. Doch von Aiden fehlte jede Spur. Eine Welt ging für mich unter, abgesehen davon, dass ich es nicht begriff. Ein Plüschtier konnte doch wohl kaum weglaufen!
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 16, 2013 5:12 pm

Zitatenkistchen #1

"Wir kommen allein auf die Welt und wir verlassen sie auch allein und bei allem was dazwischen passiert, sind wir es uns selbst schuldig Gesellschaft zu finden. Wir brauchen Hilfe, wir brauchen Unterstützung. Ansonsten müssen wir alles allein durchstehen, als Fremde, voneinander getrennt und wir vergessen, wie sehr wir eigentlich mit einander verbunden sind. Stattdessen wählen wir die Liebe, wir wählen das Leben und einen Augenblick lang fühlen wir uns ein kleines bisschen weniger allein."
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 16, 2013 6:45 pm

Zitatenkistchen #2

"Niemand kann sich davor abschotten. Jeder von uns hat Angst vor einer ungewissen Zukunft. Doch das ist eigentlich sinnlos. Denn all die Sorgen und all die Pläne für die Fälle, die eintreten oder nicht eintreten, das macht alles noch schlimmer. Also führt euren Wunsch spazieren oder macht ein Nickerchen. Aber was immer ihr tut, hört auf euch Sorgen zu machen. Denn das einzige Mittel gegen Paranoia ist hier zu sein, im Hier und Jetzt, so wie du bist."

Zitatenkistchen #3

"Schmerz. Man muss ihn einfach aushalten und hoffen, dass er von alleine wieder geht. Hoffen, dass die Wunde, die er ausgelöst hat, verheilt. Es gibt keine Antworten. Am besten atmet man tief ein und aus und hofft, dass der Schmerz nachlässt. Meistens kann man den Schmerz kontrollieren, aber manchmal erwischt er einen da, wo man es nicht erwartet hat - Er trifft einen unter der Gürtellinie. Es hört nicht mehr auf weh zu tun. Schmerz. Man muss sich ihm einfach stellen. Denn die Wahrheit ist, dass man ihm nicht entkommen kann. Das Leben bringt ständig neuen Schmerz."

Zitatenkistchen #4

"Am Ende ist es doch so: Wir wollen im Grund nichts anderes, als einem anderen Menschen näher zu sein. Das ganze restliche Theater, wenn wir versuchen Distanz zu wahren, demonstieren, dass uns die anderen egal sind, ist meistens reiner Blödsinn. Also suchen wir uns die Menschen aus, denen wir nahe sein wollen. Und wenn wir diese Menschen einmal gewählt haben - bleiben wir meistens in ihrer Nähe. Egal, wie sehr wir ihnen auch weh tun."

Zitatenkistchen #5

"Die, die nicht wissen was sie wollen, sind die, die am meisten leiden."
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Di Dez 17, 2013 10:58 pm

Zitatenkistchen #6

"Wenn man sich an jemanden bindet, ist das ein Gefühl, das man kaum beschreiben kann. Die Welt verblasst für einen und alles, was noch wichtig ist, ist diese eine Person. Sie wird zum Mittelpunkt deines Universums und sie zieht dich mit einer Macht an, der man nicht entkommen kann. Du bist bereit, alles für sie zu tun."
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Fr Dez 20, 2013 4:08 pm

Zwei Jahre sind vergangen, ich war jetzt dreizehn. Meine langen blonden Haare reichten mir mittlerweile bis zur Hüfte und ich verbrachte Stunden damit, sie zu pflegen. Und auch jetzt saß ich auf dem Bett in meinem Zimmer und entwirrte ein paar Knoten am Ende meiner Haare. Das hatte ich davon, wenn ich mit offenen Haaren durch den Wald rannte. Denn der Garten des Hauses reicht mittlerweile nicht mehr, um meine Neugier zu befriedigen und meine Eltern hatten mir zähneknirschend erlaubt, zumindest in den Wald dahinter zu gehen. Und ich wusste, dass mein Vater immer in unmittelbarer Nähe war. Was ausgesprochen sinnlos war, denn hier gab es absolut nichts Gefährliches und das aufregendste war ein kleiner Kaninchenbau, den ich manchmal stundenlang beobachtete. Die Tierchen waren aber auch einfach zu fluffig. Und seit ich herausgefunden hatte, dass ich mich mit ihnen unterhalten konnte - ja, ich verstand, was sie sagten - hielten sie mich noch viel mehr Stunden im Wald. Ich hatte keinen Schimmer, warum ich das konnte und es kümmerte mich auch nicht. Es schadete ja niemandem und ich hatte meine Freude damit. Und die Babykaninchen mochten mich.
Endlich war ich fertig und hatte alle Knoten und kleinen Souveniers meines Ausfluges aus dem Haar gekämmt, welches ich schließlich zu einem langen Zopf flocht. Dann blickte ich mich in dem Zimmer um, das sich ziemlich verändert hatte. Die ganzen Kindersachen waren verschwunden und jetzt bestand es aus einem großen Bett, einer hellen Kommode, einem hellen Kleiderschrank und vielen Kissen. Außerdem stand neben dem großen Fenster ein Schreibtisch, auf dem sich Bücher stapelten. Hauptsächlich waren es Bücher über Tiere, Kräuter und übers Spurenlesen, aber auch alte Romane fanden sich darunter wieder. Ich mochte diese klassischen Geschichten, die in der Menschenwelt die Runde machten. Mittlerweile bin ich draufgekommen, dass ich kein Mensch war. Das Elfenblut meines Vaters hatte sich bemerkbar gemacht. Aber hey, vielleicht konnte ich ja deshalb mit Tieren sprechen. Der Gedanke war mir noch nie gekommen, aber jetzt klang er irgendwie sehr logisch.
Ich setzte mich an den Tisch und schnappte mir ein Buch über Katzen. Immer, wenn ich es aufschlug, blickte mir das Bild eines Panthers entgegen, die grünen Augen faszinierten mich jedes Mal aufs Neue. Und sie erinnerten mich an meinen Aiden. Seit er aus meinem Zimmer verschwunden war, hatte ich ihn nicht mehr wiedergefunden und mir eingeredet, dass er lebendig geworden war und zu seiner Familie verschwunden war. Zwar war ich jetzt zu alt, um noch daran zu glauben, aber ein kleiner Teil von mir hoffte immer noch darauf. Denn ich konnte nicht damit leben, dass ich ihn vielleicht draußen im Schnee verloren hatte. Auch wenn ich mir das nicht erklären könnte, denn ich war mir immer noch sicher, ihn mit ins Bett genommen zu haben.
"Hm..", kam es mir über die Lippen und ich schlug das Buch zu, ohne wirklich was gelesen zu haben. Eine innere Unruhe überkam mich plötzlich und ich sprang vom Stuhl auf, riss das Fenster auf und atmete die kalte Nachtluft ein. Lieber würde ich jetzt noch draußen rumstreifen, doch es war dunkel und meine Eltern wollten das nicht.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Sa Dez 21, 2013 10:07 am

Zitatenkistchen #7

Wir kennen sie, diese Gutsnachtgeschichten aus unserer Kindheit. Da passt Aschenputtel der Schuh, der Frosch wird zum Prinzen und Dornröschen wach geküsst. Es war einmal und dann lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende. Märchen, der Stoff aus dem die Träume sind. Das Problem ist nur das Märchen nicht wahr werden. Das passiert nur bei den anderen Geschichten, denen die in düsteren,stürmischen Nächten beginnen und schlimm enden,es sind die Albträume die anscheind immer wahr werden. Und demjenigen der sich die Redewendung 'bis an ihr Lebensende' ausgedacht hat,dem sollte man kräftig in den Arsch treten!

Zitatenkistchen #8

Irgendwann akzeptieren wir vielleicht, dass aus dem Traum ein Alptraum geworden ist. Wir sagen uns, dass die Realität sowieso besser ist. Wir reden uns ein, dass es besser ist überhaupt nicht zu träumen. Aber die Stärksten von uns halten an dem Traum fest. Manchmal konfrontiert uns das Leben mit einem neuen Traum und wir beginnen an der Hoffnung festzuhalten. Wenn wir Glück haben, verstehen wir einmal in unserem Leben, dass es nicht immer um diesen oder jenen Traum geht. Es geht darum überhaupt zu träumen.

Zitatenkistchen #9

Am Ende ist es doch so: Wir wollen im Grunde nichts anderes, als einem anderen Menschen näher zu sein. Das ganze restliche Theater, wenn wir versuchen Distanz zu wahren, demonstieren, dass uns die anderen egal sind, ist meistens reiner Blödsinn. Also suchen wir uns die Menschen aus, denen wir nahe sein wollen. Und wenn wir diese Menschen einmal gewählt haben - bleiben wir meistens in ihrer Nähe. Egal, wie sehr wir ihnen auch weh tun.

Zitatenkistchen #10

Irgendwann hören wir vielleicht auf, auf Dinge zu hoffen, die nicht passieren werden. Es tut weh, diese Hoffnungen loszulassen, weil wir uns manchmal so fest an sie klammern, als würde unser Leben davon abhängen. Aber dann merken wir, dass es noch andere Dinge gibt und fangen an zu leben.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Sa Dez 21, 2013 6:30 pm

Lieblingslyrics #1

Pinch me
Is this real
This feeling of release
I’m floating in your heaven
In the corners of my dreams

Tasting life
Numb again
Close my eyes
It begins…

I cannot stumble here
I am safe inside my head
When I wake up Ill forget
I’ll come back to my mess

I will not leave
Stay asleep
Slip further in
My ecstasy

Safe inside my mind I hide…
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Sa Dez 21, 2013 7:18 pm

Ich dachte immer, es spielte keine Rolle, wer man war. Ich dachte, solange man erträglich war, bestand die Chance, gemocht zu werden so wie man war. Das Gegenteil zu erleben war wie ein Schlag ins Gesicht. Mit einem Baseballschläger aus Stahl.

Mein Blick hing skeptisch an meinem Spiegelbild. Das Kleid, das ich trug, sah..ein wenig lächerlich aus. Zumindest meiner Meinung nach. Es war gelb und ging mir knapp unters Knie, der Rock war aufgebauschter Tüll, ebenso die Ärmel. Ich fühlte mich wie ein Küken. Mit dem Unterschied, dass ich keine Flügel hatte.
"Und das soll ich wirklich tragen?", fragte ich in zweifelndem Unterton und blickte meine Mutter an, die auf meinem Bett saß und mich ebenso betrachtete, wie ich das Spiegelbild gerade noch. Ich war ihr und Dad wirklich dankbar, dass ich auf diese Party gehen durfte. Nicht jede Dreizehnjährige hatte solche Privilegien und ich glaube, sie fühlten sich auch etwas schuldig, weil sie mich so lange eingesperrt hatten, wenn es auch zu meiner Sicherheit war. Aber seit Beginn des Herbstes besuchte ich die Schule im Ort, die eben alle anderen Menschenkinder auch besuchten. Und siehe da, ich hatte sogar Freunde gefunden. Und einer dieser Freunde hatte Geburtstag. Deshalb dieser..Aufzug.
"Ich finde, es steht dir", erwiderte meine Mutter auf meine Frage und lächelte mir so herzerweichend zu, dass ich resignierend aufhörte, mich zu beklagen. Eigentlich sollte ich ja wirklich froh darüber sein, überhaupt ein neues Kleid bekommen zu haben. Schließlich schwammen wir nicht in Geld. Es reichte fürs Leben, aber solche Extras waren meistens eben nicht drin.
"Du hast recht", stimmte ich ihr schließlich lächelnd zu und versuchte, weniger missmutig zu gucken. Na bitte, klappte doch. Schon besser. Ich griff nach meinem Haargummi und flocht mir die Haare zu einem Zopf. Eigentlich trug ich sie lieber offen, aber bei der Länge machte ich mir insbesondere bei einer Party Sorgen darum.
Meine Mutter stand auf und öffnete den Verschluss ihrer Kette, welche sie dann mir umhängte: "Jetzt ist es perfekt. Du siehst so zauberhaft aus, mein Engel."
Gerührt umarmte ich meine Mutter und bestärkte gleichzeitig meinen Entschluss, dass ich sie nicht traurig machen durfte: "Danke, Mama."
Sie strich mir kurz durchs Haar und löste sich von mir und kurze Zeit später verließ ich unser Häuschen. Jensen lebte nicht weit von uns entfernt und so erreichte ich sein Haus in weniger als fünf Minuten. Mit überschwänglicher Begeisterung zog mein Klassenkollege mich zur Begrüßung in die Arme, ehe er mich schon gleich mit ins Wohnzimmer schleppte, wo die große Party stattfand. Wobei 'groß' hier relativ war. Unsere Klasse bestand aus zehn Schülern und acht davon waren auf der Party. Etwas unsicher begrüßte ich auch die anderen, mit denen ich zwar ganz gut auskam, aber einfach noch nicht warm geworden war. Offenbar war ich mitten in eine Unterhaltung geplatzt, denn als ich mich setzte, fuhr das Mädchen weiter fort, als hätte sie im Satz aufgehört. Sonderlich schüchtern war ich eigentlich nicht, aber im Umgang mit Gleichaltrigen immer noch etwas unbeholfen, weshalb ich mich weitgehend aus der Unterhaltung raushielt. Bis meine Sitznachbarin mich auf mein Kleid ansprach: "Dein Kleid sieht ja sehr...interessant aus. Wieviele Löwenzahnblumen musstest du denn dafür köpfen?" Gelächter. Ich starrte sie im ersten Moment verdutzt an, weil ich geradezu verblüfft von ihrer Dreistigkeit war, doch ich fing mich recht schnell: "Weniger, als für deinen Schal Tiere sterben mussten." Das Lachen erstarb und ich klopfte mir innerlich auf die Schulter für diesen Konter. Und er war auch noch wahr. Ich konnte einfach nicht begreifen, wie jemand Pelz tragen konnte! Das war so eine Ungerechtigkeit!
"Ich weiß ja nicht, wie es dir gefallen würde, wenn man dir die Haut bei lebendigem Leib vom Körper zieht", fuhr ich mit finsterer Miene fort und obwohl die Vorstellung mich beinahe würgen ließ, war ich zufrieden mit der Reaktion, die ich durch meine ehrlichen Worte erlangt hatte: Das Mädchen legte mit zitternden Händen ihren Schal ab und senkte beschämt den Blick. Stille senkte sich über den Raum und plötzlich fühlte ich mich schlecht. So schnell konnte ich eine Party ruinieren...da kam mir eine Idee. Kurzerhand stand ich auf und nahm die Topfpflanze vom Fensterbrett und kehrte damit zurück zum Tisch. Ganz leise flüsterte ich die Formel auf Elfisch, die ich schon vor Jahren einmal benutzt hatte und unwillkürlich schoss das Pflänzchen in die Höhe. Erstauntes und erschrockenes Luftanhalten folgte, während dessen ich hoch sah. Die Anderen sahen mich vollkommen entgeistert an, bis einer rief: "Sie ist eine Hexe!" Ich zuckte zusammen, obwohl ich mit dem Begriff nicht sonderlich viel anfangen konnte, doch der Tonfall und die anklagenden Blicke der Leute sprachen schon Bände.
"Ich bin keine Hexe", flüsterte ich leise, doch im nächsten Moment blieb mir vor Schmerz die Luft weg. Einer der Jungs hatte mir mit der Faust in die Seite geboxt, so fest, dass meine Rippen anfingen zu pochen und ich leicht zusammensank. Tränen schossen mir in die Augen und ich verstand nicht, was zum Teufel ich falsch gemacht hatte!
"Scher dich raus hier! Aber schnell!", zischte eine Stimme an meinem Ohr. Ich riss meinen Kopf hoch und sah direkt in das Gesicht von Jensen, der mit einer Mischung aus Wut und Ekel zu mir hinabblickte.
"Aber..was..?", brachte ich hervor und zog mich am Stuhl hoch, blickte in die Runde, "was habe ich euch denn getan?"
"Noch nichts, aber das kann man ja nie wissen. Wir wollen keine Hexenkinder hier haben!" Ich verstand es nicht. Ich hatte niemandem wehgetan, sondern nur eine Pflanze wachsen lassen! Mit zitternden Händen griff ich nach meiner Jacke und wandte mich ab, um aus dem Raum zu gehen, da traf mich ein Tritt mitten in den Rücken und ich landete in der Eingangshalle auf den Knien. Hinter mir wurde die Tür zugeknallt und die Musik aufgedreht. Im ersten Augenblick war ich wie gelähmt und immer noch unfähig zu verstehen, was eben passiert war. Schließlich rappelte ich mich langsam auf und schlich mit tränenverschleiertem Blick aus dem Haus, um nach Hause zu kommen.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 23, 2013 2:26 pm

Wenige Tage später zwang ich mich in einen Rock und eine Bluse, was mir so gar nicht zusagte. Doch wir sollten Besuch von Verwandten bekommen, die das letzte Mal vor vierzehn Jahren bei uns waren - also als ich quasi noch ein Baby war. Und man sagte mir, dass ich einen Cousin in meinem Alter hätte und so freute ich mich auf einen Spielkameraden. Denn Party hin oder her, in meinem Inneren war ich eben doch immer noch mehr ein Kind als erwachsen.
Die langen Haare band ich mir zu einem hohen Pferdeschwanz und ich zog meine Turnschuhe an. Die passten zwar nicht wirklich dazu, aber ich war mit dem ganzen Aufzug nicht glücklich. Ich sah aus wie eine Bürotussi. Und wie sollte ich in den Klamotten herumtoben? Seufzend wandte ich mich von meinem Spiegelbild ab und ging in die Küche, wo meine Mutter meinem Vater gerade die Krawatte knotete.
"Warum müssen wir uns in diesen Auszug zwängen?", fragte ich meine Eltern und blickte unbegeistert zu den Beiden. Mein Vater lachte über meinen Tonfall, denn er war ebenso wenig begeistert wie ich. Mom warf ihm einen tadelnden Blick zu, ehe sie sich mir zuwandte und meine Frage beantwortete: "Die Schwester deines Vaters und ihre Familie sind wohlhabend und es gewohnt, sich in standesgemäßer Kleidung sehen zu lassen. Ich finde es höflicher, wenn wir uns ihnen anpassen."
Meine Mundwinkel verzogen sich nach unten. Anpassen gefiel mir nicht: "Ist das dein Ernst? Sie kommen doch uns besuchen, warum müssen wir uns anpassen?" Seufzen meiner Eltern. Doch ich ließ mich nicht so leicht abschütteln, ich wollte eine logische Erklärung.
"Es ist eben einfach so. Diskutiere nicht mit uns, Symphonia. Benimm dich und zeig dich von deiner guten Seite", ermahnte meine Mutter mich. Und das machte mich absolut misstrauisch. Normalerweise hatte ich die Freiheit so zu sein, wie ich nunmal war und musste mich nicht irgendwie verstellen.
"Was ist wirklich los?", wollte ich wissen und verschränkte die Arme vor meiner Brust, während ich die Beiden abwechselnd ansah. Der Hauch einer schlechten Vorahnung erwachte zum Leben. Ich hasste Geheimnisse und meine Eltern hatten definitiv eins.
Mom wechselte einen Blick mit Dad und ließ die Hände sinken, die seine Krawatte gerichtet hatten.
"Wir wollen nur das Beste für dich. Wenn du dich mit deinem Cousin gut verstehst, haben wir beschlossen, dich mit ihm zu vermählen. Sollte deinem Vater und mir etwas zustoßen, so wollen wir, dass für dich gesorgt ist.."
Stille. Ich starrte die Beiden fassungslos an, mir fehlte die Sprache. Im ersten Moment. Dann holte ich tief Luft: "Das kann nicht euer Ernst sein! Was fällt euch ein?"
Sie hatten mit der Reaktion gerechnet, deshalb ließen sie mich zuerst toben, bevor mein Vater das Wort ergriff: "Schatz, es ist nur zu deinem Besten. Er ist wirklich nett und du musst dir dann um nichts sorgen machen. Du wirst weiterhin ein Dach über dem Kopf haben und eine Familie."
Mir traten Tränen in die Augen und ich wusste nicht, ob aus Frust, aus Angst oder Wut. Vermutlich alles zusammen. Ich wollte nicht, dass sie diese Entscheidung für mich trafen und noch weniger nahm ich die Möglichkeit hin, dass etwas passieren könnte, um sie zu verwirklichen. Dann aber hörte ich mich plötzlich sagen: "Okay. Von mir aus."
Erleichterung auf den Mienen meiner Eltern. In Wirklichkeit war ich überhaupt nicht damit einverstanden, aber egal. Denn es würde ohnehin keinen Grund dafür geben, damit dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt wurde.
"Wenn wir schon so gut aussehen, lasst uns gleich mal ein Foto machen", sagte meine Mutter gut gelaunt und wedelte mit der alten Kamera vor unseren Gesichtern um. Dad und ich wussten, dass wir ihr sowieso nicht widersprechen konnten, stellten wir uns zu ihr. Ich blickte mit leicht säuerlichem Blick in die Kamera.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mo Dez 23, 2013 9:44 pm

Zitatenkistchen #11

Das Einzige, das neben dem Leben sicher ist, ist der Tod. Man muss nicht körperlich sterben, um innerlich tot zu sein. Manchmal ist die Seele so durch manche Ereignisse geschunden, dass sie keine Kraft mehr hat zu leben. Und dann sind wir solange wie Zombies, bis wir die Person treffen, die einem das Leben wieder zurückgibt.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Di Dez 24, 2013 10:37 am

Im Wohnzimmer herrschte Stille. In großer Neugier musterte ich meine Tante und meinen Onkel. Meine Tante sah fast aus wie meine Mutter, aber ihre Nase hatte etwas von einem Raubvogel und ihr Haar war dunkler. Mein Onkel war groß und schlank, um nicht zu sagen schlaksig und blass. Und mein Cousin? Er war nicht hässlich, aber trotzdem ziemlich enttäuschend. Wie sein Vater war er schlaksig und blass, aber er war kleiner als ich. Seine Augen waren blassblau, aber glanzlos und ausdruckslos. Und seit der Ankunft saß er schweigend in seinem Sessel und gab hin und wieder ein Seufzen von sich, woraufhin seine Mutter sofort aufsprang und sich erkundigte, ob ihm etwas fehle. Dann gab er im Jammerton von sich, dass ihm entweder kalt war oder er durstig war oder sonst was. Ich war schon jetzt von ihm genervt.
Irgendwann verzogen sich die Erwachsenen in die Küche, um Kaffee zu trinken und sich auszutauschen. Super. Und ich musste hier mit diesem Jammerlappen rumsitzen. Ich hatte wirklich keine Lust, versuchte es aber dennoch mit Konversation: "Hast du vielleicht Lust auf ein Kartenspiel? Oder draußen ein bisschen spazieren zu gehen?" Er seufzte langgezogen, ehe er mir einen Blick zuwarf: "Diese Dinge sind viel zu anstrengend für mich. Möchtest du mir nicht lieber etwas vorlesen?" Im ersten Moment starrte ich Elijah einfach nur an. Vorlesen? Hielt er mich für seinen Babysitter oder was? Sofort machte ich meinem Unmut Luft: "Das ist aber langweilig! Ich würde lieber etwas spielen."
"Dazu habe ich keine Lust. Wenn du mir etwas vorliest, spiele ich später mit dir ein Kartenspiel." Ich glaubte ihm nicht so ganz. Dennoch war ich zu gutmütig und schließlich griff ich seufzend nach einem Buch und setzte mich damit auf die Couch, bevor ich damit anfing, daraus vorzulesen. Schon nach zwei Minuten gab er wieder einen Jammerlaut von sich, der mich genervt zu ihm aufsehen ließ: "Was denn jetzt?"
"Du liest zu schnell. Ich kann dir nicht folgen", antwortete Elijah ärgerlich , woraufhin ich das Buch zuklappte und auf den Boden vor seine Füße warf.
"Dann lies gefälligst selbst. Ich bin nicht dein Babysitter", gab ich trocken von mir und stand wieder auf, um das Zimmer zu verlassen.
"Willst du mich jetzt etwa ganz alleine zurücklassen? Das ist aber ganz und gar nicht nett von dir! Du bist schrecklich unhöflich, das sage ich meinem Papa!", erboste sich der Quälgeist und da riss mir der Geduldsfaden. Ich gab dem Sessel, auf dem er saß, einen festen Stoß, woraufhin Elijah erbärmlich zu husten anfing, bevor er wieder jammerte: "Oh, meine liebe Cousine, warum quälst du mich so? Erfreust du dich daran, wenn ich mich unter Todesschmerzen winde?"
Verächtlich wandte ich mich von ihm ab: "Du bist ein Jammerlappen und nicht mehr! Dich interessiert nur dein Leid, welches nicht einmal von großer Bedeutung ist. Tu, was dir beliebt, doch meine Geduld ist aufgebraucht. Keinen Moment länger halte ich es mit dir im selben Zimmer aus!" Und mit diesen Worten ergriff ich die Flucht und schloss mich den Rest des Tages in meinem Zimmer ein.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Di Dez 31, 2013 10:19 pm

Zitatenkistchen #12

Liebe. Manchmal verrennt man sich so sehr in diese einladende Illusion, gibt sich ihr vollkommen hin und vergisst dabei die Realität. Die Enttäuschung, die man durch eine falsche Tat oder ein falsches Wort verspürt, ist dann schmerzhafter als alles andere. Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg und man fällt in einen tiefen Abgrund, diesem zu entfliehen es sämtlicher Energie bedarf.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mi Jan 01, 2014 5:11 pm

Zitatenkistchen #13

Liebe ist wie Scherben fressen. Warten bis man Blut kotzt.

Zitatenkistchen #14

Manchmal sind Wörter wie Glasscherben im Mund. Wenn du schweigst, tut es weh, wenn du anfängst zu reden, beginnt es zu bluten.

Zitatenkistchen #15

Freundschaft ist sowas wie Liebe mit Verstand.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Sa Sep 02, 2017 10:30 pm

Mein durchaus wütender Abgang hat den Jammerlappen von Cousin nicht gerade milde gestimmt; lauthals hat er sich über mich beschwert, bei seinen Eltern und anschließend auch bei meinen. Onkel und Tantchen sind mit ihm abgereist und ich glaube, Papa und Mama waren sehr enttäuscht von mir. Oder sind es noch.
Ich saß in meinem Zimmer, schmollend und immer noch aufgebracht darüber, dass meine Eltern mir diesen..diesen..Quälgeist aufs Auge hatten drücken wollen. Ich wagte nicht daran zu denken, dass ihnen etwas geschehen würde, aber dass sie glaubten, er wäre gut für mich, stimmte mich mehr als ungläubig. 
Es war bereits spät Nachts, als ich beschloss, noch mal in die Küche zu laufen und mir eine Kleinigkeit zu essen zu schnappen. Still und leise schlich ich über den Boden und gerade, als ich das Wohnzimmer durchquerte, sah ich im Augenwinkel eine Bewegung am Fenster. Ein großer, schwarzer Panther stand direkt davor und schien mich nahezu anzustarren. Zuerst überkam mich Angst - was, wenn das große, mächtige Tier einfach durch die Scheibe sprang? - doch diese verflog schnell. Denn sogleich musste ich an meinen besten Freund denken, Aiden..es war albern, immerhin war dieser nur ein Kuscheltier gewesen. Aber es beruhigte mich. Vorsichtig näherte ich mich dem Fenster, meinte beinahe ein schnurrendes Geräusch zu hören..doch als ich blinzelte und meinen Blick erneut schärfte, war der Panther jäh verschwunden. Verwundert, und allen voran verwirrt, starrte ich auf die Stelle und war mir nun nicht einmal mehr sicher, ob die Raubkatze tatsächlich hier gewesen war. Kopfschüttelnd wandte ich mich wieder der Küche zu. Ich wusste nicht, wieso ausgerechnet diese Tiere eine so große Faszination auf mich ausübten..schon immer und immer noch. Aber ich nahm mir vor, meinen Vater morgen zu fragen, ob Panther überhaupt in unserer Gegend existierten. Vielleicht waren sie ja die Gefahr, vor der er mich immer gewarnt hatte. 
Wie in Trance machte ich mir ein Sandwich, welches ich gedankenverloren kaute. Gefahr..ich fühlte mich aber doch gar nicht bedroht..eher..angezogen. Ergab das überhaupt Sinn? Wahrscheinlich eher nicht.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   So Sep 03, 2017 12:09 pm

Zwei Jahre später..

Ich hatte es aufgegeben, mich anpassen zu wollen. Denn ich bin nun mal anders als meine Mitschüler. War ich immer und würde ich auch immer sein. Aber inzwischen war das wirklich in Ordnung. Ich mochte meine Andersartigkeit, auch wenn man mich als Hexe bezeichnete und mir immer wieder mit bösen Streichen auflauerte. 
Das neue Schuljahr hatte angefangen und..es hat sich einiges geändert. Über den Sommer waren viele schlimme Dinge geschehen. Angriffe auf kleinere Dörfer, viele Tote..viel Leid. Man sprach inzwischen von einem Krieg zwischen den Völkern und die gefährliche Situation war auch mehr als präsent. Nicht einmal die Hälfte der Schüler war noch hier und wir konnten nicht mit Sicherheit sagen, ob sie zuhause behalten wurden oder vielleicht doch gestorben waren.
Ich verließ das Schulgebäude und machte mich auf den Heimweg. Die Luft roch nach schwerem Regen und der Himmel war wolkenverhangen. Die aufgeladene Atmosphäre war ein weiteres Indiz für das aufziehende Gewitter..und ich wurde nervös. Ich war fast sechzehn, aber ich hatte immer noch riesige Angst davor. Vielleicht hätte ich meinen Freund bitten sollen, mich zu  begleiten. Ich sah zurück auf das Schulgebäude, entschied mich aber, dass ich es auch alleine schaffen würde. Ich fing an zu rennen. 

Gerade noch rechtzeitig erreichte ich das Haus und schlug die Tür heftig hinter mir zu, als auch schon das erste laute Donnergrollen über uns hinwegfegte. Mein Herz raste vor Angst und ich atmete ein paar Mal tief durch..erst jetzt fiel mir auf, wie still es war. Normalerweise..war meine Mutter um diese Uhrzeit immer in der Küche tätig. Ich ließ meine Tasche fallen und lief in die Küche, doch sie war leer. Wie merkwürdig..
Als ich in mein Zimmer kam, fiel mir als erstes das lavendelfarbene Papier auf, das auf dem weissen Bett lag. Stirnrunzelnd trat ich näher, nahm es in die Hand und erkannte die Schrift meiner Mutter. Einem schlechten Gefühl folgend, fing ich an zu lesen..

Meine liebste Tochter,


bitte verzeih, dass ich dich ohne Abschied hier zurück lasse. Dir sei versichert, dass ich dich sehr liebe und dir niemals weh tun wollte, jedoch habe ich etwas sehr Wichtiges zu erledigen und das lässt sich nicht mehr länger aufschieben. 
Und sei dir auch versichert, dass ich wiederkomme, sobald ich alles erledigt habe.



Eine Sache noch..
Ich weiß, dass dir in den letzten Wochen wohl viele merkwürdige Dinge passiert sind, dass sich vielleicht auch deine Wahrnehmung verändert hat. Nun, da ich weg bin, ist es an der Zeit, dich einzuweihen. Wie du bereits weißt, bist du zur Hälfte eine Elfe, so wie dein Vater. Doch das ist nicht alles. 
Du entstammst auch einer Linie von WerKatzen, genauer gesagt Wildkatzen. Das heißt, es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass du dich früher oder später auch verwandeln wirst. Wir haben bisher nichts darüber herausgefunden, ob es auch andere deiner Art gibt, aber sollte die Verwandlung wirklich eintreten, hab keine Angst. Sie ist ein Teil von dir. Und wenn du Fragen hast, wende dich an deinen Vater..er kann sie dir genauso gut beantworten, wie ich es könnte. Er weiß alles, was auch ich weiß. 



Pass gut auf dich auf.
In Liebe, 
Mama



Verwirrt, fassungslos und auch etwas verletzt, starrte ich auf den Brief. Meine Hände zitterten inzwischen so sehr, dass ich ihn kaum noch halten konnte. Sie verschwand einfach..? Das Loch in meiner Brust wuchs mit jeder Sekunde und das ungute Gefühl wurde stärker denn je. Irgendwo wusste ich, dass ich sie nicht wiedersehen würde. Und das machte mir weitaus mehr Angst, denn die Sache mit der Verwandlung.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   So Sep 03, 2017 11:07 pm

Ich hatte den Brief gerade zum dritten oder vielleicht sogar vierten Mal zu  Ende gelesen, als ich hörte, wie die Tür ins Schloss fiel. Sofort saß ich kerzengerade im Bett und jetzt fiel mir auch das Gewitter wieder auf, das draußen tobte. Leise verließ ich mein Zimmer, den Brief immer noch fest in meiner Hand und linste um die Ecke..es war mein Vater. Er war nass bis auf die Knochen und legte gerade den erlegten Hirsch auf die davor vorgesehene Decke ab. Ich schauderte. So sehr ich diesen Anblick eigentlich gewohnt war, so sehr ekelte ich mich auch davor. Schon seit ein paar Jahren konnte ich kein Fleisch essen..seit ich genau verstand, woher es denn kam. Manchmal, besonders im Winter, litt ich lieber Hunger, als mich meinen Eltern anzuschließen und Fleisch zu mir zu nehmen. Aber selbst das war gerade nur zweitrangig. 
"Wusstest du das?", fragte ich meinen Vater direkt und hielt ihm den Brief unter die Nase. Dieser sah mich erst irritiert an, als er aber den Inhalt überflog, runzelte er die Stirn und schließlich seufzte er tief. 
"In..der Tat. Ich wusste, was deine Mutter ist. Natürlich. Und auch, dass sie heute gehen wollte. Sie hielt es für besser, dir vorher nichts zu  sagen", offenbarte er mir dann auch schon, "und sie wird auch nicht lange weg sein. Also reg dich nicht zu sehr drüber auf, ja?" Er küsste mich auf die Stirn und entledigte sich seiner Jacke und Stiefel. 
"Das ist alles? Mehr hast du nicht dazu zu sagen?", fragte ich ihn beinahe wütend, denn irgendwie...tat es mir schon ein bisschen weh, dass sie mir das verheimlicht hatten. Als wäre ich noch ein kleines Kind. 
"Was möchtest du denn noch hören?", fragte mein Vater zurück, offensichtlich überfordert und verwirrt davon, dass ich mich so aufregte. 
"Ich..keine Ahnung..", musste ich seufzend gestehen und schüttelte den Kopf, "keine Ahnung, wirklich." Ich drängte mich an ihm vorbei und in die Küche, da fiel mir der Panther von gestern wieder ein. Ich wollte mich schon umdrehen und meinen Vater fragen, ob er es denn für möglich hielt dass solch Tiere hier herum liefen. Aber..nein. Ich entschied mich anders und stattdessen lief ich ins Arbeitszimmer meines Vaters, um herauszufinden, ob es dort Bücher über Wertiere gab.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Mi Sep 06, 2017 4:18 pm

Besonders viel gab das Arbeitszimmer meines Vaters nicht her. Ich fand nur ein Buch über Wer-Tiere und dieses war sehr verallgemeinernd und beschäftigte sich ansonsten zum Großteil mit den verfluchten Werwölfen; von denen die Menschen wohl irgendwie am meisten Ahnung hatten. Was ich im Grunde daraus lernte war lediglich, dass Wer-Tiere auch in ihrer menschlichen Gestalt Charakterzüge ihres Tierwesens zeigten. Und das..fand ich eigentlich nicht.
Still vor mich hin brütend räumte ich das Chaos wieder auf, das ich veranstaltet hatte und schlich mich aus dem Zimmer. Als ich am Fenster vorbei lief, musste ich wieder an diesen schwarzen Panther denken. Vielleicht..war dieser ja auch ein Wertier? Oder Gestaltwandler, wie sie im Buch noch bezeichnet wurden. Hm..
Müde fiel ich auf mein Bett und sofort wandten sich meine Gedanken betrüblicheren Themen zu. Dem Verschwinden meiner Mutter und der Frage, ob sie wieder zurück kam. Was sie machte und wieso sie fand, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, mich in alles einzuweihen. Das ungute Gefühl von eben kam wieder zurück. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie grundlos losgezogen war, denn normalerweise handelte sie nur sehr überlegt..Mit einem Mal verlor die Schule an Bedeutung. Meine..'Freunde' waren auch nicht mehr wichtig. Nicht mal mehr meine Beziehung. Denn wenn meine Mutter in Gefahr war, was war das alles noch wert?
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Fr Sep 15, 2017 9:34 pm

Ein paar Wochen vergingen. Von meiner Mutter gab es keine Spur und jetzt war selbst mein Vater stark beunruhigt. Mit welchem Vorsatz auch immer sie los gezogen war, es hätte nicht so lange dauern sollen und so sah ich ihm des Öfteren am Tag zu, wie er um das Haus strich, immer im Zwiespalt, sie zu suchen oder bei mir zu bleiben. Und die innere Anspannung hat wohl auch etwas in mir gelöst, sodass ich mich vor ein paar Tagen zum ersten Mal unwillentlich verwandelt habe, als ich einen Wutausbruch hatte. Trotz dem, was ich darüber gelesen hatte, war ich mehr als erschrocken - und auch verängstigt, zugegeben. Ich konnte schon meine Emotionen so schlecht kontrollieren..aber jetzt auch noch das? Die Probleme wollten kein Ende nehmen, wie mir schien. 
Ich saß gerade auf dem Fensterbrett in meinem Zimmer und war drauf und dran, eine Nachricht zu öffnen, die mir mein Freund geschickt hatte, als mein Vater ins Zimmer trat und sich schweigend auf mein Bett setzte. Bereits an seiner Haltung und der Stille konnte ich erkennen, dass etwas Schwerwiegendes auf seinem Herzen lag.
"Ich werde gehen und deine Mutter suchen."
Ich hatte damit gerechnet und trotzdem..schnürte es mir die Kehle zu. Ich hatte Angst, dass er sie fand. Und in welchem Zustand er sie fand. Und dass er sie nicht fand oder selbst für immer verschwand. Aber ich hatte auch Angst um mich selbst. Wir lebten zwar ziemlich versteckt, aber..es herrschte trotzdem Krieg. Du bist sechzehn. Ein paar Tage wirst du schon alleine klar kommen, beruhigte ich mich und nickte dann: "Ja..ich dachte mir schon fast, dass du das machen wirst. Versprich mir, dass du wiederkommst und auf dich aufpasst."
Mein Vater stand auf und drückte mir einen Kuss auf die Stirn: "Das werde ich. Bleib im Haus und sei vorsichtig. Ich habe Clarisse gesagt, sie soll Abends nach dir sehen." Er drückte mich noch mal an sich, bevor seine Schritte leiser wurden und schließlich verklangen. Ich ließ mich aufs Bett fallen und die Stille jetzt, wr schwer und beängstigend.
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BeitragThema: Re: Symphonias Erinnerungsstübchen   Do März 29, 2018 12:02 pm

Sieben Jahre später

Ich dachte nicht, dass ich jemals wieder dieses Tagebuch in meinen Händen halten würde. Es ist jetzt fast sechs Jahre her, dass ich mein Zuhause verlassen habe. Um den Dreh bin ich dreiundzwanzig Jahre alt und ich hätte nie gedacht, dass ich es soweit schaffen würde. Als ich ging, rechnete ich fest damit,  nie wieder zurück zu kommen. Ich verließ dieses Heim mit der Absicht, nie wieder zurück zu kehren. Deswegen hatte ich es auch in Flammen aufgehen lassen. Mein einziges Ziel war es, Rache und Vergeltung an den Mördern meiner Eltern zu verüben und ich war nicht so naiv zu glauben, dass ich das überleben würde. 

So viel ist passiert. So viel Schmerz, Kummer und Leid, so viel Angst. Aber auch Liebe und Glück. Ich bin daran gewachsen, ich habe mich verändert, aber tief in mir drin, bin ich immer noch die Person, die Angst vor Nähe und Verletzung hat und ich glaube, das ist das Einzige, das mich stets davor bewahrt hat, den Verstand zu verlieren in den furchtbar langen Zeiten zwischen den Momenten, in dem ich glaubte, alles wäre gut.

Kurz nachdem ich mein Zuhause verlassen hatte, machte ich Bekanntschaft mit Aodhan. Noch nie zuvor hat mich jemand so sehr auf die Palme getrieben, so sehr verwirrt wie er es tat. Er hatte mich komplett aus der Bahn geworfen. Natürlich - ich war grade 17, schottete mich mehr denn je von allem und jedem ab und dann brach er durch alle Wände, riss sie nieder und ließ eine offene Wunde zurück, freigegeben wie Fleisch unter der Haut. Und ich hatte Angst. Angst davor, jemandem zu vertrauen, ihn an mich heran zu lassen, Angst vor meinen eigenen Gefühlen und allem, was er in mir auslöste. Sehr, sehr lange stieß ich ihn immer wieder von mir. Wenn ich heute daran zurück denke, kommt immer noch ein bisschen von dieser Angst zurück. Und doch war er für die Zeit unseres..Zusammenseins ein Anker für mich und das war Fluch und Segen zugleich. Han hat mich lange davor bewahrt, in Todesgefahr zu geraten, gleichzeitig ist seine Abwesenheit die größte Nähe zum eigenen Tod. Ich hasse, was es aus mir gemacht hat. Ich hasse, wie mich mein Leben hinters Licht geführt hat, wie es mir vorgegaukelt hat, einen verdammten Platz auf dieser Welt zu haben. Stattdessen hat es mir diesen Platz immer wieder weggenommen und zurück gegeben und in all den Jahren habe ich immer mehr von mir verloren. Mein verkrüppeltes Herz hängt an ihm und nichts, was ich tue oder tun könnte, würde daran etwas ändern und ein Teil von mir wünscht sich nichts sehnlicher, als frei zu sein. Frei von den Hoffnungen, frei von der Sehnsucht und von der ständigen Frage, ob es überhaupt einen Sinn hat zu hoffen und zu warten. Mit dieser fehlenden Klarheit komme ich nicht gut zurecht. Ich komme nicht gut damit zurecht, monatelang nichts zu hören und dann ist er plötzlich wieder da - und gleich wieder weg. Am wenigsten komme ich damit zurecht, dass ich so ein abhängiges dummes Miststück geworden bin und dass ich so naiv war, mich zu öffnen. 

Ich gebe Aodhan nicht die Schuld, er kann sicher nichts dafür. Aber ich gebe dem Leben die Schuld daran. Es ist unfair, uns erst diese Chance hinzuwerfen und sie uns dann wieder zu nehmen. Da hätte ich sie doch viel lieber gleich gar nicht erst gehabt,  anstatt jetzt darunter zu leiden. Und man, irgendwie ist das alles sehr viel ausschweifender geworden als geplant. Dabei dachte ich, dass ich es allmählich gelernt hätte, mich im Griff zu haben. 

Im Endeffekt stehe ich wieder am Anfang - im Trümmerhaufen meines Lebens, kann nicht vor, kann nicht zurück und habe nichts erreicht. Nur mit dem Unterschied, dass ich nicht weiß, worauf ich jetzt zusteuern soll.
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